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Anders als sein Bruder Johann Wilhelm wollte Karl Philipp nicht in Düsseldorf residieren, weil ihn die ständische Ordnung des Herzogtums Jülich-Berg, die üblicherweise mühsam austarierte Kompromisse erforderlich machte, abschreckte. Heidelberg war als alte und neue »Ordinari-Residenz« vorgesehen. Doch dann ereignete sich Einschneidendes: Am 12. April 1720 verkündete ein kurfürstlicher Erlass, dass die Residenz und alle Regierungsbehörden nach Mannheim verlegt werden sollten. Als erste Dienststellen siedelten schon am 10. Mai die geheime Kanzlei und das kurfürstliche Archiv nach Mannheim über, am folgenden Tag das Ministerium.

Entzündet hatte sich der Konflikt zwischen dem Kurfürsten und Heidelberg an zwei zentralen Punkten: an der Antwort zur berühmten 80. Frage im Heidelberger Katechismus, die die katholische Messe als »vermaledeite Abgötterei« bezeichnete, und an dem Wunsch des Kurfürsten, die bisher als Simultankirche dienende Heiliggeistkirche ausschließlich für den katholischen

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