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Philipp Wilhelms Sohn und Nachfolger Johann Wilhelm betrieb die Rekatholisierung der Pfalz entschieden konsequenter als sein Vater. Es entsprach nicht seiner absolutistischen Auffassung von Staatsführung, neben dem Katholizismus andere Konfessionen gleichberechtigt gelten zu lassen. Unter vielfachem Bruch von Reichsrecht drängte er den bis dahin bestehenden Einfluss der Reformierten zurück. Nach der vollständigen Zerstörung der Stadt Heidelberg 1693 durch die Franzosen versuchte er zwar, die geflohene Bevölkerung zur Rückkehr zu bewegen, gleichzeitig schuf er jedoch die Grundlagen für einen Primat des Katholizismus in der Pfalz.

Der Pfälzische Erbfolgekrieg wurde mit dem Frieden von Rijswijk 1697 beendet. Artikel 4 des Friedensinstrumentes sah vor, dass die während des Krieges rekatholisierten Teile der pfälzischen Bevölkerung katholisch bleiben sollten. Johann Wilhelm ging 1698 noch einen Schritt weiter und verordnete das so genannte Simultaneum,

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