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lutherische Fakultätskollege Ägidius Hunnius. Dessen polemische Angriffe, der steigende obrigkeitliche Druck und die Fruchtlosigkeit der Auseinandersetzungen auf den Generalsynoden, die 1582 schließlich abgebrochen worden waren, bewogen Sohn 1584, einem Ruf des Kuradministrators Johann Casimir auf den Lehrstuhl für Altes Testament an der gerade recalvinisierten Universität Heidelberg zu folgen. Am 17. Juli 1584 erscheint er als »Georgius Sonnius« in der Heidelberger Matrikel.

In seiner Antrittsvorlesung Oratio de Studio indagandae et cognoscendae veritatis vom 18. Juli entfaltete Sohn das methodologische Programm einer kompromissbereiten, auf Vernunft und Schriftlektüre gegründeten Wahrheitsfindung in theologischen Fragen, das in der Kritik an Vorurteilen, Pedanterie, Opportunismus und blindem Autoritätsglauben sowie in der Forderung nach Selbstdenken Gedankengut der Frühaufklärung vorwegnimmt: »Nec vel autoritas ullius

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