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Jurisprudenz eine neue, historisch orientierte Bearbeitung des römischen Rechts. Die unter Kaiser Justinian (482–565) konzipierte Sammlung römischer Rechtstexte, der Corpus iuris civilis (Codex, Novellen, Digesten und Instituten), wurde im Laufe des Mittelalters mit zahlreichen Kommentaren ergänzt, so dass der ursprüngliche Sinn der römischen Gesetzgebung nicht mehr deutlich war. Nach den Prinzipien des juristischen Humanismus sollten nun durch Exegese und Systematik die späteren Glossen entfernt werden. Die bedeutendsten Vertreter dieser Schule waren Andrea Alciato (Alciatus, 1492–1550), Éguinaire Baron (Baro, 1495–1555), François Duaren (Duarenus, 1509–1559), dessen Schüler Donellus war, François Baudouin (Balduinus, 1520–1573), Jacques Cujas (Cujacius, 1522–1590) und François Hotman (Hotmanus, 1527–1590).

Nach der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 musste Donellus als strenger Calvinist nach Genf fliehen und

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